Ungleichverteilung und Sozialismus

oder: wo ist eigentlich das Geld geblieben. Genau mit dieser Frage, „Wo ist das Geld geblieben?“ beschäftigt sich dieser lesenswerte ZEIT-Artikel. Auf Seite 5 findet sich ein meiner Meinung nach wichtiger Hinweis auf das Buch „The Great Crash“ von John Kenneth Galbraith

Auch Anfang der dreißiger Jahre gingen die Banken pleite, stürzten die Aktienkurse ab. Galbraith hat eine interessante Erklärung dafür: Die Reichen waren zu reich geworden.

Die wohlhabendsten 0,1 Prozent der Amerikaner besaßen damals fast 40 Prozent des gesamten Vermögens. Die Folge, so Galbraith: Viele wussten nicht, wohin mit ihrem Geld, begannen zu spekulieren, nach neuen Anlageprodukten zu suchen.

Nie wieder war der Wohlstand in den USA so ungleich verteilt wie damals. Seit einigen Jahren jedoch gleichen die Verhältnisse wieder jenen in den vermeintlich Goldenen Zwanzigern. Und wieder kam es zur großen Krise.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen ungleicher Wohlstandsverteilung und dem Zusammenbruch der Finanzmärkte wie Galbraith für den Great Crash festzustellen glaubt? Ich denke schon. Und dafür möchte ich mich ausgerechnet auf den liberalen Ökonomen Friedrich August von Hayek berufen. Der hat seine Kritik am Sozialismus im Buch „Die Anmaßung von Wissen“ formuliert. Wenn ein Staat die vergesellschafteten Produktionsmittel kontrolliert, so bestimmen einige wenige Funktionäre über die gesamte wirtschaftliche Planung obwohl ihnen die nötigen Informationen für diese Steuerung des ökonomischen Lebens fehlen. Sie, die sozialistischen Funktionäre, maßen sich also Wissen an, welches sie gar nicht haben können. Und deswegen misslingt ihnen eine hinreichende Leitung der Wirtschaft zum Wohle aller.

Wenn nun das Kapital eines Volkes von immer weniger Individuen kontrolliert wird, dann bestimmen immer weniger Menschen welche Investitionen in die Wirtschaft getätigt werden. Wir nähern uns also mit zunehmender Ungleichverteilung des Wohlstandes immer mehr der Zentralverwaltungswirtschaft des Staatssozialismus an. Wohin dieser geführt hat wissen wir ja nun: Zur Massenverelendung. 

Ich glaube, Hayek wäre entsetzt, würde er erfahren wie seine Argumente gegen den eigentlich freien Markt mit notwendiger Kapitalakkumulation gedreht werden. Aber er ruht ja schon in Frieden und bekommt diese ganze Misere die wir heute erleben nicht mehr mit.

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