McKinsey statt Marx

Im 19. Jahr nach Scheitern des realsozialistischen Experiments erfahren wir endlich die wahren Gruende dafuer. Die Kommunisten hatten einfach die falschen Berater. Haette Gorbatschow sich – statt Glasnost und Perestroika auszurufen – Ende der 80ern vertrauensvoll an die einschlaegigen Unternehmensberatungen gewandt, sicher waere der Ostblock dann nicht zusammengebrochen.

Angesichts der weltweiten Rezession ertoent jetzt naemlich auch aus den Reihen von McKinsey der Ruf nach umfassender Verstaatlichung, ergo einem neuen sozialistischen Experiment, wie die WAZ zu berichten wusste: 

Der McKinsey-Manager Jürgen Kluge hat sich für den Aufbau einer zweiten Treuhandanstalt zur Absicherung von Unternehmen in der Finanzkrise ausgesprochen. Die Anstalt solle im Notfall auch im Kern gesunde Unternehmen verstaatlichen können. ‚Ich bin ein überzeugter Marktwirtschaftler, ich sehe aber auch durch meine Klientengespräche, in welcher Größenordnung eine Pleitewelle auf uns zukommt. Deshalb habe ich Anfang Dezember bei NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers den Deutschlandfonds angeregt‘, sagte Jürgen Kluge, Chef der Sparte ‚Öffenlicher Sektor‘ der internationalen Unternehmensberatung, gestern auf Anfrage der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ, 9.1.2008).

Der Deutschlandfonds soll all die Unternehmen auffangen, welche „im Kern gesund“ durch die Rezession vom Bankrott bedroht sind. Nun braucht der Politiker natuerlich auch noch jemanden, der ihm sagt, welche Unternehmen denn eigentlich kerngesund sind. Wer wird das wohl sein, und was wird diese Einschaetzung den Steuerzahler wohl kosten? Und warum ist Verstaatlichung ploetzlich kein Sozialismus mehr? Erst haben unsere „Volksvertreter“ sich bei der Verschleuderung oeffentlichen Eigentums teuer von McKinsey und Co. beraten lassen, jetzt lassen sie sich beim Aufkauf des ganzen Schrotts, den keiner mehr braucht genauso teuer beraten. Toll! 

Treuhand II finde ich uebrigens einen passenden Namen. Die Treuhand I war ja bekanntlich die Verbrecherorganisation, welche das Eigentum der ostdeutschen Buerger an westdeutsche Firmen verschenkte und nochmal etliche Milliarden obendrauf legte. Ich bin mal gespannt, fuer wie wenig die staatlichen Firmen dann wieder „verkauft“ werden, falls sie ueberhaupt noch mal was Wert sind.

Wir koennen nur hoffen, dass es noch ein paar vernuenftige Politiker gibt und der Deutschlandfond nicht kommt. Falls doch rege ich schon mal an,  dass sich CDU und SPD von McKinsey bei ihrer Fusion beraten lassen sollten; Bei der Fusion zur neuen SED.

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